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STORYTELLING

Der oft verkannte Job der Influencer

Ihr Lesefortschritt

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Was haben Thomas Müller, Marco Reus, Sebastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Mezut Özil und Manuel Neuer gemeinsam? Klar: Fußball! Aber noch ein anderes Betätigungsfeld eint die Sportler: Sie alle sind aktiv und gefühlt nonstop in den Social Media-Kanälen unterwegs.

Und nicht nur das – die oben genannten sechs Herren befinden sich in der Top Ten der erfolgreichsten Influencer 2023 auf Instagram. Das macht sie besonders interessant für Unternehmen.

Vielfach unterschätzt und verlacht

Was einst damit begann, in den Social Media über Reisen, Konzertbesuche oder die Speisenabfolge des letzten Dinners zu berichten, hat sich mittlerweile zu einer eigenen Branche entwickelt: die der Influencer. Lange wurden sie als notorische Wichtigtuer abgetan, süchtig nach Aufmerksamkeit und danach, jeden – Verzeihung! – Furz online verbreiten zu müssen. Das ist inzwischen ganz anders.

Gablers Wirtschaftslexikon definiert den Begriff des Influencers wie folgt: „Als Influencer (engl. to influence = beeinflussen, einwirken, prägen) werden Personen bezeichnet, die aus eigenem Antrieb Inhalte (Text, Bild, Audio, Video) zu einem Themengebiet in hoher und regelmäßiger Frequenz veröffentlichen und damit eine soziale Interaktion initiieren.“

Entwicklung zum wichtigen Marketing-Werkzeug

Influencer sind Experten im Erzählen von Geschichten. Während sie ihre Follower unterhalten, beeinflussen sie diese zum Beispiel in ihrem Kaufverhalten. Das Storytelling hat sich zu einem wichtigen Instrument im Content Marketing entwickelt, um Produkte und Marken bekannt zu machen. Brand Storytelling ist eine spezielle Form dieser Werbeform, die darauf abzielt, eine emotionale Bindung zwischen Marke und Kunden aufzubauen. Dabei geht es nicht nur um das Verkaufen, sondern auch um die Vermittlung von Werten und Botschaften. Eine gelungene Brand Story kann einen neuen Trend setzen und spiegelt im besten Fall den Zeitgeist wider.

Promis als einflussreiche Influencer

Prominente mit ihrer extrem hohen Anzahl an Followern sind für diverse Wirtschaftszweige besonders attraktiv. Um bei unseren Fußballern vom Anfang dieses Artikels zu bleiben: Allein dem Nationaltorhüter Manuel Neuer folgen 11,7 Millionen Menschen auf Instagram. Kein Wunder also, dass sich Unternehmen die Platzierung ihrer Produkte in den Posts eines solch potenziellen Werbeträgers wünschen. Wobei die Promis selbst darauf aufpassen müssen, dass ihre Geschichten authentisch bleiben und bei ihrer Anhängerschaft nicht nur als Werbung wahrgenommen werden.

Vom Influencer zum (reichen) Promi

Doch auch der andere Weg ist längst gang und gäbe: Nicht selten wurden und werden aus Influencern Promis. Ihnen gelingt es, durch ihre Medienpräsenz in den sozialen Netzwerken Menschen in Handeln und Denken zu steuern. Unternehmen beobachten daher die Branche der Influencer ganz genau und filtern mittlerweile exakt diejenigen heraus, die für ihre Zielgruppe in Frage kommen.

Beispiele für prominent gewordene Influencer gibt es derweil viele – in allen gesellschaftlichen Bereichen; so zum Beispiel „Noelgoesgrazy“ mit seinen Tanzvideos, den Food-Influencer „thispronto“ und natürlich Pamela Reif, die mit ihren Videos zu Fitness, Gesundheit und Mode rund 9 Millionen Menschen erreicht. Die in solchen Videos platzierte Werbung hat nicht wenige der Influencer reich gemacht.

Kultur, Wissenschaft und Politik mischen mit

Doch längst geht nicht mehr nur um das Verkaufen von Produkten. Journalisten, Wissenschaftler, Schriftsteller und Politiker – kaum eine gesellschaftlicher Gruppe, die nicht ihre Storyteller hätte. Sie alle nutzen die diversen Möglichkeiten, um ihre Inhalte in zum Teil hervorragend gemachten Videos oder Blogs zu verbreiten und damit Einfluss auf die gesellschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen zu nehmen.

Die Verantwortung liegt bei Machern und Nutzern

Das Risiko ist nicht zu unterschätzen. Während es Unternehmen hauptsächlich darum geht, ihre Produkte und Marken an die potenziellen Kunden zu bringen (nicht selten Dinge, die die Welt nicht braucht), haben Autoren, Journalisten, Wissenschaftler und vor allem Politiker eine ganz besondere Verantwortung. Wenn sie bei der Verbreitung von gesellschaftsrelevanten Inhalten über die Social Media-Kanäle nicht gewissenhaft vorgehen, können die Folgen verheerend sein. In den Händen der Follower wiederum liegt es, die Inhalte genauestens auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, nicht einfach als Fakt hinzunehmen und im Zweifelsfall öffentlich zu hinterfragen.

Verfasst von: Ulrike Molitor

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Foto: freepik / ©drobotdean

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